Liebesnachichten

Nachdem ich nun fast drei Wochen hier bin, habe ich auch schon meinen zweiten Ausflug gemacht. Letzten Samstag ging es zum Volta-See, dem größten Stausee der Erde. In brütender Hitze haben wir eine kleine Bootstour unternommen. Trotz erhöhter Krokodilgefahr sind wir in der Mitte des Sees ins Wasser gesprungen. Große Probleme kamen dann auf, als sich die Frage ergab, wie wir wieder ins Boot kommen. Die Position, die mir der Fahrer zeigte, konnte ich auch mit den größten Anstrengungen nicht einnehmen, sodass ich schlussendlich von zwei einheimischen Männern ins Boot gezogen werden musste. 

In meinem letzten Beitrag habe ich ja bereits erwähnt, dass ich hier einige Verehrer besitze. Damit ihr nachvollziehen könnt, wie ich mich fühle, habe ich hier ein paar Nachrichten, die ich original so bekommen habe:

„There is nothing so sweet and palatable that has happened to me except you. There is nothing so soul satisfying and nothing so loving and caring like you. I know you will not believe my words but sweetheart lets forget about jokes this time you mean very great for me. Anytime that you come to my mind, then all my problems are solved immediately. You see I just want to make this clear to you again that I love you more than my own intestines and I will do everything possible to love you forever. Be assured of my everlasting love for you.“

„You look very gorgeous today. I like your dress and I wish I could take pictures with u.“

„Life without u is completely meaningless. Before u there is no love and after u there is no love.“

„In fact, what makes me love you more is your smiles, the way you present yourself and even how you have fun with the kids.“

…ich denke das verdeutlicht ganz gut, warum ich einen imaginären Verlobten habe…

Inzwischen habe ich auch mein erstes Kleid abgeholt und bin sehr zufrieden damit. Hier holt man sich auf dem Markt den Stoff und bringt ihn anschließend zur Schneiderin, wo die Maße genommen werden. Für den Stoff zahlt man etwa 5€ und dann noch einmal etwa 10€ für das Kleid. 

Nachdem ich neulich mit Rose in Abetifi war, um nach Gowns für die Graduation zu schauen, habe ich mein erstes Projekt gefunden, dass ich mit Spenden unterstützen möchte. Wir haben auf unserem Weg mehrere Schule besucht. Darunter auch die Auntie Mary School, eine stark heruntergekommen Privatschule: keine Fenster, keine Türen, wenige Tische und absolut kahle Wände. Dass dies keine angenehme Lernatmosphäre ist, konnte ich direkt beim Betreten der Räume spüren. Mit den auf dem Abiball gesammelten Spenden würde ich gerne diese Schule unterstützen und Farbe, sowie Tische und Vorhänge besorgen und dann gemeinsam mit den Kindern die Wände bemalen. Mit Torben habe ich bereits gesprochen, jetzt muss ich nur noch alles mit Rose und dem Schulleiter der Schule in Abetifi absprechen, bevor es losgehen kann. 

Die Möbel für das Jugendhaus sind jetzt fertig gestellt, das heißt auch hier kann ich demnächst mit neuen Projekten starten. Geplant ist bisher vor allem ein Tuschkurs mit meinen mitgebrachten Tuschkästen. Allerdings sollen auch kleine Wettbewerbe stattfinden und für die Kinder gekocht werden. 

Nachdem ich jetzt schon über drei Wochen hier bin, bin ich auch zum ersten Mal krank geworden. Eigentlich völlig absehbar, da ich jeden Tag so einen engen Kontakt zu den einheimischen Kindern habe. Irgendeiner der Schüler ist immer krank und anstatt sich in die Armbeuge zu husten, wird dies einfach direkt auf mich gemacht. Zudem wird ständig Spucke oder ähnliches an mir abgerieben. Seit ein paar Tagen leide ich jetzt schon an einer Erkältung und habe seit gestern mit leichtem Fieber und starken Kreislaufproblemen zu kämpfen. Die wollten hier schon mit mir ins Krankenhaus fahren, allerdings habe ich das Gefühl, dann noch mit viel schlimmeren Krankheiten nach Hause zu kommen. Den Vorschlag habe ich also dankend abgelehnt und mich bei meiner eigenen Reiseapotheke bedient. Inzwischen geht es mir auch schon ein wenig besser. Morgen werde ich voraussichtlich wieder in die Schule gehen, denn diese endet am Freitag. Am Samstag ist zum Abschluss noch die Graduation, bevor die Kinder für einen Monat in die Sommerferien geschickt werden

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