Ein Gottesdienst auf vier Rädern

Alles, was man über Kumasi wissen muss, lässt sich in drei Worten zusammenfassen: laut, voll und stinkend. Dies liegt vor allem daran, dass sich in dieser Stadt der größte Markt Westafrikas befindet. Aber bevor ich auf meine Eindrücke von Kumasi eingehe, sollte ich vom Anfang unseres Ausflugs beginnen.

Um die zweitgrößte Stadt Ghanas zu erreichen, muss man etwa zwei Stunden mit dem Trotro zurücklegen, welche täglich in Nkawkaw abfahren. Entweder geht man zur Trotro-Station, allerdings kann man hier ganz schön lange warten, denn es gibt keine festen Abfahrtszeiten. Das Trotro fährt erst dann los, wenn alle Plätze besetzt sind. Wir haben uns also dazu entschieden, ein Trotro am Straßenrand anzuhalten, was auch nur etwa fünf Minuten gedauert hat. Ein Trotro ist ein etwa VW-Bus großes Auto, in dem es statt drei Reihen fünf Reihen gibt. Für alle Menschen über 1,90m wird’s also sehr unangenehm…

Sowohl die Hin-, als auch die Rückfahrt lassen sich als typisch ghanaisch beschreiben. Anstatt auf unserem Weg nach Kumasi nur mit einem Trotro zu fahren, waren es bei uns drei. Das erste entschied sich nach etwa der Hälfte die Reisenden auf andere Autos zu verteilen. Das zweite kam 20 Minuten vor Kumasi stotternd zum Stehen, sodass wir noch ein weiters Mal das Trotro wechseln mussten. Unserer Rückfahrt habe ich dann den Titel dieses Beitrags zu verdanken. Die erste halbe Stunde hatten wir einen Pastor im Auto der für alle Mitfahrer (unfreiwillig) einen Gottesdienst veranstaltet hat.

In Kumasi angekommen ging es für uns zuerst zum Aschanti-Palast, die königliche Familie in Ghana, und anschließend zum Kulturzentrum, wo es einen kleinen Kunstmarkt gab. Hier haben wir auch eine kleine Führung gemacht, wobei wir interessante Funfacts über die Aschanti gelernt haben, wie dass der König nie barfuß sein darf, da dann seine Herrschaft ein Ende haben wird. Zum Abschluss ging es für uns dann auf den oben bereits angesprochenden Markt. Glücklicherweise sind wir an einem Sonntag nach Kumasi, sodass der Markt dementsprechend verhältnismäßig leer war. 

Ansonsten habe ich mir in der letzten Woche noch eine Infektion am Auge zugezogen. Nach drei Tagen mit gerötetem Auge habe ich mich dazu entschieden, ins Krankenhaus zu fahren, wo mir direkt zwei Antibiotika verschrieben wurden. Dazu kommt eine Ringflechte an meinem Oberschenkel, die ich aber ebenfalls seit einer Woche medikamentös behandle. Weil das ja noch nicht reicht, habe ich mich gestern in einen Haufen Riesenameisen gesetzt und glaubt mir, es gibt wenig schmerzvolleres als Ameisenbisse…

Ein Kommentar zu „Ein Gottesdienst auf vier Rädern

  1. Liebe Lotta, du erlebst ja wirklich viel und schaust auf dem Foto sehr zufrieden aus.
    Für die gesundheitlichen Blessuren wünschen wir gute Besserung.
    Hab noch eine schöne Zeit und mach um Ameisenhaufen einen grossen Bogen. Lg OmO

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