Die allergischen Götter Ghanas

Accra: Trotz seiner 2,5 Millionen Einwohner wirkt die Hauptstadt Ghanas nicht wie eine Metropole. Es fehlen die Wolkenkratzer, Straßenbahnen und die gestresst durch die Straßen laufenden Anzugträger. Doch natürlich sind die Menschenmassen, der Stadtverkehr und das ständige Gehupe auch in Accra nicht wegzudenken. Nach unserer Ankunft mit dem Bus (im Prinzip ein etwas größeres Trotro und meistens mit AC ausgestattet), ging es für uns mit dem Uber nach Jamestown zum James Fort, auch Old Accra genannt, denn diese Siedlungen bildeten den Grundstein Accras. Noch heute werfen die einheimischen Fischer ihre Netze hier aus. In dem alten Stadtteil haben wir an einer kleinen privaten Führung teilgenommen, wo ich wünschte, ich hätte besser aufgepasst, damit ich jetzt ein paar interessante Fakten wiedergeben könnte…Anschließend haben wir das Chale-Wote-Fest besucht, ein Street-Art-Festival, wo neben Straßenkämpfen vor allem Kunst, Schmuck, und Kleidung angeboten wurden. Unser Stadtrundgang führte uns als nächstes zum Kwame Nkrumah Memorial Park and Mausoleum. Kwame Nkrumah war der erste Präsident Ghanas und proklamierte 1957 (diese Zahl habe ich mir natürlich gemerkt und nicht aus dem Reiseführer abgeschrieben) die Unabhängigkeit Ghanas. Darauf folgte für uns ein kurzer Abstecher zum Souvenirmarkt, der aber, wie der Name schon vermuten lässt, ausschließlich für Touristen ausgelegt ist, weshalb man alle fünf Sekunden von den Verkäufern angesprochen wurde. Der Tag endete dann mit einem Sprung in unseren Hotelpool und einem Cocktailabend im Restaurant OneCorner. 

Am nächsten Morgen haben wir ausführlich und wirklich gut, es gab sogar Kaffee, gefrühstückt, bevor es zurück in die Stadt zu den letzten Touristenattraktionen Independence Arch und Black Star Square ging. Unser letzter Punkt auf der Liste war die Oxford Street, die ihren Namen der Oxford Street in London zu verdanken hat, aber optisch nicht unterschiedlicher sein könnte. 

Ein paar Tage später sind wir gemeinsam (inzwischen sind wir fünf Freiwillige) mit Julius zu den Hängebrücken in Obo gefahren. Noch recht motiviert habe ich die erste Stufen der insgesamt 1000 Stufen erklommen, aber nach dreihundert Stufen war sowohl mein Motivation als auch der Spaß verflogen…die anderen würden wahrscheinlich sogar behaupten nach etwa zehn Stufen. Da mir alles was wackelt auch nicht ganz geheuer ist, bin ich auch nicht im Bltztempo über die Hängebrücken gelaufen. Alles in allem hatte wir eine schöne Aussicht, aber ich war froh, als wir wieder unten waren.

Das letzte Wochenende führte uns zum Lake Bosumtwi, dem heiligen See der Ashanti. Das besondere an dem See ist, dass dieser vor 1.5 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstand. Doch das ist nicht das einzig besondere. Nach dem Glauben der Ashanti ist der See die Heimat der wichtigsten und größten Gottheit Twi. Dieser Gott soll gegen Eisen allergisch sein, weshalb die Fischer noch heute auf Holzplatten auf dem See paddeln, um ihre Körbe und Netze auszuwerfen. So wie es scheint sind wohl alle Götter in Ghana Allergiker…

Ein Kommentar zu „Die allergischen Götter Ghanas

  1. Wir freuen uns immer, wenn wir einen Bericht von dir lesen können. So können wir an deinen Abenteuern teilnehmen. Glück im Unglüch haben wir auch gelesen. Deine Fotoauswahl ist auch sehr interessant.
    Liebe Grüße und weiterhin schöne Erlebnisse OmO

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